Formstabile oder „harte“ Kontaktlinsen sind weniger flexibel und kleiner als weiche Kontaktlinsen.
Sie schwimmen auf dem körpereigenen Tränenfilm und überdecken aufgrund ihrer Größe nicht die gesamte Hornhaut des Auges, somit stehen den Randbereichen der gesamte Sauerstoff der Umgebungsluft zur Verfügung. Zwischen Auge und Kontaktlinse bildet sich ein Tränenreservoir mit in Flüssigkeit gelöstem Sauerstoff, welches bei jedem Lidschlag zu ca. einem Viertel ausgetauscht wird. Auf diese Weise gelangt auch in diese Bereiche Sauerstoff zum Auge, der hier für physiologische Stoffwechselprozesse benötigt wird.
Die formstabile Kontaktlinse nimmt keine Stoffe (z. B. Flüssigkeiten) auf und gibt nichts an den Tränenfilm des Auges ab. Dies kann ein großer Vorteil bei Verwendung von Medikamenten am Auge oder bei Allergien des Kontaktlinsenträgers sein.
Gut angepasste Kontaktlinsen dieses Typs liefern häufig sehr gute optische Ergebnisse bei der Korrektion von Kurz– und Weitsichtigkeiten, vor allem jedoch bei Hornhaut-Astigmatismen (sog. „Hornhautverkrümmungen“) oder bei besonderen Hornhautkonstellationen, wie z. B. Keratokonus.
In der Regel werden diese Kontaktlinsen deutlich weniger häufig ausgetauscht. Den Tauschrythmus bestimmt der Kontaktlinsenanpasser aufgrund den Gegebenheiten am Auge, Material der Kontaktlinse und Pflegezustand. Die „harte“ Kontaktlinse wird heutzutage sehr individuell und genau an das Auge angepasst, trotzdem kann es gerade in den ersten Tagen des Kontaktlinsentragens zu Fremdkörpergefühlen am Auge kommen.
Die im Gegensatz zu weichen Kontaktlinsen längere Eingewöhnungsphase hat eine von verschiedenen Faktoren abhängige Länge, dauert in der Regel aber nicht länger als zwei bis vier Wochen. Aus medizinischer Sicht sind bei den meisten Sehfehlern die formstabilen Kontaktlinsen die bessere Wahl.


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