Die „Makula“ (Macula lutea, gelber Fleck) ist ein kleiner aber wichtiger Teil der Netzhaut des Auges („Augenhintergrund“), mit dem wir scharf sehen, es ist also der entscheidende Bereich der Netzhaut für eine gute Sehfunktion des Auges und damit für unsere Lebensqualität vor großer Bedeutung.
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige und ernst zu nehmende Erkrankung bei älteren Menschen. Sie ist eine altersabhängige Erkrankung, d.h. ab dem 50.Lebensjahr erhöht sich das Risiko, an der Makuladegeneration zu erkranken.
Die Makuladegeneration kann innerhalb weniger Monate zu einer deutlichen Sehschwäche bis hin zur Erblindung führen. In Industrienationen ist die Makuladegeneration mittlerweile die häufigste Erblindungsursache.
Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ist für jeden Menschen insbesondere ab dem 50 Lebensjahr von besonderer Bedeutung: Je früher die Makulaerkrankung erkannt wird, desto höher sind die Chancen für eine frühe und erfolgreiche Behandlung.
Man unterscheidet zwei Formen der AMD:

1. Trockene AMD
Etwa 75% der betroffenen Patienten erkranken an der so genannten trockenen AMD. Der Krankheitsverlauf ist in der Regel sehr langsam. Im laufe der Jahre kommt es zu einer zunehmenden Sehstörung in der Netzhautmitte
2. Feuchte AMD
Etwa 15 % der Patienten entwickeln eine „feuchte AMD“. Hier wird das Sehvermögen geschädigt, indem neue abnorme Blutgefäße in der Netzhaut wachsen, aus denen Flüssigkeit in den Augenhintergrund austritt. Dadurch wird das Sehen erschwert. Die feuchte AMD greift den Teil des Auges an, mit dem Einzelheiten im Mittelpunkt des Gesichtsfeldes gesehen werden, die Makula.
Der Verlauf der “feuchten Makuladegeneration“ ist deutlich schneller und aggressiver. Hier ist die frühe Diagnostik von besonderer Bedeutung. Die feuchte AMD ist eine langandauernde Erkrankung, und die meisten Patienten benötigen eine langfristige Behandlung.
Wie wird die Makuladegeneration festgestellt?
Tückischerweise kann die Erkrankung für Sie lange Zeit unbemerkt bleiben, denn oft ist anfangs nur eines Ihrer Augen betroffenen, Ihr gesundes Auge ist dann in der Lage, den bereits eingetretenen Sehverlust auszugleichen und verschleiert so die Erkrankung.
Erste Anzeichen für Sie sind Probleme beim Lesen, schreitet die Erkrankung fort, nehmen viele Betroffene beim Sehen gerade Linien als Wellenlinien wahr. Es kommt zu einem Sehausfall in der Mitte unseres Sehfeldes, was besonders störend ist (Sie können das selbst versuchen, indem Sie auf eine Brille in die Mitte einen kleinen Kleber machen: Sie können nicht mehr geradeaus scharf sehen und sind dadurch in Ihren täglichen Aktivitäten sehr eingeschränkt!).
Die Aufgabe des Augenarztes
Die Untersuchung durch den Augenarzt kann eine frühzeitige Diagnose der AMD stellen. Hier erfolgt eine Spiegelung Ihres Augenhintergrunds und der Makula mit einer Lupe am Untersuchungsstuhl („Spaltlampe“) in der Augenarztpraxis (vorab wird Ihre Pupille erweitert, um dem Augenarzt oder der Augenärztin ein möglichst ungestörten Blick auf die Netzhaut zu ermöglichen, das Auge wird „weitgetropft“, wie wir sagen).
Weitere, wichtige Untersuchungen sind die Fluoreszenzangiographie (dient zur Darstellung der Augenhintergrundgefäße) oder das OCT (optische Kohärenztomographie: dient zur Beurteilung der gesamten Netzhaut).
Selbstuntersuchung
Eine einfache Möglichkeit der Früherkennung ist im Selbst-Test möglich (Amslertest): Sie können so schnell erkennen, ob Sie an einer Sehstörung leiden oder nicht. Der Test erspart jedoch nicht die Untersuchung durch den Augenarzt, da dieser Test erst in späteren Stadien der Erkrankung nachweisen läßt: wir wollen jedoch die Makuladegenertion früher erkennen.
Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es?
Die Ursachen der Erkrankung sind bis heute nicht vollständig erforscht. Trotzdem sollte Gefäßrisikofaktoren wie das Rauchen und erhöhten Blutdruck ausschalten.
Einer ausgewogenen Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse wird heute eine schützende Funktion beigemessen: so enthaltenden Gemüse wie Broccoli oder Mais den Wirkstoff Lutein, der als gelber Farbstoff in der Makula vorkommt und sie schützt (gegen sog. oxidative Schäden) schützt.
Wir empfehlen in Übereinstimmung mit den führenden Forschungsgruppen hier zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel, die in den Stoffwechsel eingreigen, indem sie diese oxidative Prozesse verhindern und somit die Makula schützen können (Luteinpräparate).
Welche Therapien gibt es bei der AMD?
Leider gibt es bis heute keine etablierte zugelassene Therapie, mit der es zu einer schnellen und vollständigen „Heilung der AMD“ kommt. Es stehen jedoch mittlerweile Behandlungsformen zur Verfügung, die die Auswirkungen der Krankheit stoppen oder zumindest deutlich verlangsamt werden.
Laserbehandlung
In früheren Stadien der „feuchten „Makuladegeneration“ kann eine Behandlung mit dem Laserstrahl sinnvoll sein. Mit dem Laserstrahl werden dabei neu aussprossende und undichte Gefäße, die außerhalb des Zentrums liegen, verödet. Die Behandlung erfolgt ambulant und ist in aller Regel schmerzfrei.
Photodynamische Therapie (PDT)
Bei dieser Behandlungsform für ein bestimmtes Stadium der feuchten Makuladegeneration wird zunächst eine Substanz in die Armvene gespritzt, die dann im Auge die Gefäßwucherungen für den Laserstrahl empfindlicher machen und somit die Gefäßwucherungen bekämpfen.
Intravitreale Injektionen („Die Spritze“)
Hier wird ein Medikament (LucentisⓇ, AvastinⓇ, MacugenⓇ) in das Auge injiziert, das verhindert, dass die neuen, falschen Blutgefäße wachsen. Weiter wird so erreicht, dass Flüssigkeit nicht mehr aus den Gefäßen austritt und so kann sogar auch erreicht werden, dass einige der verursachten Schäden wieder repariert werden. Die Behandlung erfolgt ambulant unter äußerst sterilen Bedingen im Operationssaal (OP).
Unter dieser Behandlungsform sehen wir momentan die besten Ergebnisse, jedoch muss die Behandlung in Abständen mehrfach wiederholt werden.
Testen Sie Ihr Sehen — wir empfehlen zu Früherkennung und Verlaufskontrolle den Amsler-Selbsttest. PDF-Download


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